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Vor langer Zeit lebte in den Wäldern von Syrau ein großer
gefräßiger Drache oder Lindwurm. Der räuberte in den Wäldern
und so mancher einsame Wanderer erreichte sein Ziel nicht. Auch so mancher
Syrauer wurde vom Drachen gefressen und deshalb haben die Dorfbewohner mit
dem Untier einen Pakt geschlossen, es regelmäßig zu füttern.
Doch bald war alles Vieh von den Weiden verschwunden und nun war guter Rat
teuer. Die Syrauer beratschlagten lange, bis sie endlich den schwierigen Entschluß
faßten einen Meschen zu opfern. Das Los fiel auf eine schöne Bauerntochter,
deren Liebster wollte seine liebe Braut nicht für den Drachen hergeben.
Er schliff seine Heugabel und zog in der Nacht heimlich aus, den Drachen zu
töten. Er konnte ihn im Schlaf überraschen als er seinen verwundbaren
Bauch zur Seite gedreht hatte und stieß ihm die spitze Heugabel direkt
ins Herz. Nun hatte aller Schrecken ein Ende, die Syrauer waren so froh über
die Erlösung vom Drachen, daß sie eine kleine Kapelle an der Stelle
errichteten ließen, wo dem Untier der Garaus gemacht wurde. Die Glocke
dieser kleinen Kapelle hängt heute noch im Syrauer Kirchturm. Auf den
Grundmauern der Kapelle steht jetzt die Syrauer Windmühle.
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